anmelden:

abonnieren

Salben, Öle und Tinkturen selbst gemacht – Ansetzen von Tinkturen

Bei Tinkturen werden die heilenden Wirkstoffe von Pflanzen mittels Alkohol entzogen. Für den Auszug eignen sich sowohl frische als auch getrocknete Kräuter, für die ein Alkoholgehalt von circa 40 % ausreichend sein sollte. Man kann aber auch Auszüge von Rinden, Wurzeln oder beispielsweise Fichtennadelspitzen machen, für die man einen höheren Alkoholgehalt von 70 bis 80 % benötigt, um die Wirkstoffe lösen zu können. Bei der Wahl des Alkohols ist natürlich auch zu beachten, ob die Tinktur ausschließlich äußerlich verwendet oder auch innerlich eingenommen werden soll. Ist letzteres der Fall, darf man keinesfalls Industriealkohol für den Ansatz hernehmen. Für Kräutertinkturen eignen sich geschmacksneutrale Sorten wie Doppelkorn oder Wodka. Für stärkere Auszüge nimmt man am besten hochprozentigen Weingeist aus der Apotheke.

© Nadezda Postolit - Fotolia.com

Als Gefäß für unseren Auszug bieten sich die herkömmlichen Einmachgläser an. Selbstverständlich sind diese vor dem Füllen abgekocht worden und keimfrei sauber. Das frische Kraut wird nun zu zwei Drittel in das Glas gegeben, mit dem Alkohol Ihrer Wahl bis zum Rand aufgefüllt und an einen sonnigen Platz für ungefähr vier Wochen gestellt. Wieder ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Kräuter vollständig bedeckt sind, weshalb der Ansatz immer wieder geschüttelt werden sollte.

Nach vier Wochen wird unsere Tinktur sorgfältig durch einen Filter (Tee-, Kaffeefilter oder Leinentuch) abgeseiht und in dunklen Flaschen kühl aufbewahrt. Bitte auch hier wieder das Beschriften nicht vergessen. Keinesfalls sollten Sie Ihre Tinkturen in Plastikflaschen aufbewahren, da der Alkohol daraus enthaltene Weichmacher oder andere giftige Stoffe lösen könnte, die wir nicht in unserer Tinktur haben wollen. Beginnen wollen wir mit einem beliebten Kräutergeist, der

Melissentinktur

 

© xearb - Fotolia.com

  • eine Handvoll frisch zerpflückter Zitronenmelisse-Blätter werden gut bis zur Hälfte in ein 0,5 Liter-Einmachglas geschichtet.
  • Dieses Glas füllen wir bis zum Rand mit Wodka oder Doppelkorn mit 40 % VOL.
  • Nach 40 Tagen an einem sonnigen Platz wird die Tinktur sorgfältig in dunkle Flaschen abgefüllt und kühl aufbewahrt.

Diese Basistinktur ist der Hauptbestandteil des beliebten Melissengeistes, wie er seit langer Zeit gegen Unruhe, Wetterfühligkeit, Schlafstörungen, Reisekrankheit und Erkältung eingenommen wird. Melissentinktur wirkt außerdem leicht antibakteriell und wird zum äußerlichen Betupfen von Lippenherpes empfohlen. Auch als Mundspülung in Wasser aufgelöst eignet sie sich hervorragend und macht frischen Atem.

Nach dem obigen Rezept können so viele wirksame Kräutertinkturen mit breitem Einsatzgebiet hergestellt werden, wie zum Beispiel Kamillentinktur zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund-Rachenraum, Gänseblümchen-Tinktur bei unreiner Haut, Arnika-Tinktur und Johanniskraut-Tinktur zum Einreiben bei Prellungen, Verstauchungen, blauen Flecken und Muskelkater (Achtung! Arnika steht unter Naturschutz. Verwenden Sie bitte hier getrocknete Kräuter aus der Apotheke, außer Sie haben Ihre eigene Plantage angebaut.) Baldrian-Tinktur aus den Wurzeln bei Nervosität oder Schlafstörungen und viele mehr. Selbstverständlich können Sie auch verschiedene Kräuter für Ihre Tinktur mischen. Hier noch eine Rezeptempfehlung:

© Picture Partners - Fotolia.com

Königskerze-Hustentropfen

Wenn Sie Königskerzen (Verbascum thapsus), früher auch gerne Wollblumen genannt, im Garten haben, stellen Sie sich ein Einmachglas mit Alkohol dazu und fangen die gelben Blüten auf, welche die Königskerze täglich abwirft, und sammeln Sie diese im Glas, das natürlich immer wieder verschlossen wird. Das Glas sollte an einem sonnigen Platz stehen. Nach circa 6 Wochen haben Sie einen goldenen Kräuteransatz, der sich abgefiltert und mit etwas Honig untergerührt hervorragend als Medizin gegen Husten eignet.

 

 

Liebe ist...

im Heu übernachten.
Erstellt von on 26. Januar 2012. Im Archiv Gesund & Fit. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry
To comment, click below to log in.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>