In Zeiten, wo wir uns zurückbesinnen auf alte Werte, erinnern wir uns plötzlich auch wieder an den Rezeptschatz unserer Großmütter, welche für manches Wehwehchen das getrocknete Kraut oder für manche Wunde die heilende Salbe parat hatten.
Bei denen es selbstverständlich war, dass neben dem eingemachten Obst oder Gemüse auch immer griffbereit das selbst zubereitete Rotöl, Halswehtropfen, Melissengeist und oder andere Tinkturen auf dem Regal standen. Wie relativ einfach auch Sie heilende Salben, Kräuteröle und Tinkturen selbst herstellen können, wollen wir Ihnen hier zeigen.
An der Salbenherstellung hat sich im Prinzip seit Jahrhunderten kaum etwas geändert. Es gibt zwei Möglichkeiten, um eine Salbe zu machen:
Hat man in früheren Zeiten entsprechend dem Anwendungsgebiet auch bei den tierischen Fetten noch zwischen Rinder- oder Hirschtalg, Schweine- oder Butterschmalz, Ziegenfett und Dachsfett unterschieden, wird den wenigsten von uns heutzutage eine derartige Auswahl bis auf Schweine- und Butterschmalz zur Verfügung stehen.
Demzufolge werden auch wir unser nachfolgendes Beispiel einer Ringelblumen-Salbe mit Schweineschmalz ansetzen. Schweineschmalz ist übrigens unserem Hautfett sehr ähnlich, weshalb es sehr gut in die Haut einzieht. Wichtig ist allerdings, dass Sie möglichst Bio-Schmalz verwenden, da sich heute leider durch nicht-artgerechte Tierhaltung Schadstoffe im Fett ablagern können. Wem der Geruch nicht zusagt, der kann zum Beispiel zwei Tropfen ätherisches Lavendelöl hinzufügen, um eine angenehme Duftnote zu bekommen. Bei Salben, bei denen eine härtere Konsistenz erwünscht ist (um zum Beispiel einen schützenden Film über der Haut zu erhalten), kann wahlweise auch Kokosfett genommen werden. Ein ähnlicher Effekt würde mit Talg erfolgen. So gibt es heute noch fertige Hirschtalg-Cremes im Handel, welche gerne eingesetzt werden, um einem Wundreiben entgegen zu wirken.
Für einen Kräuterölauszug für die zweite Salbenvariante empfehlen sich natürlich ebenfalls biologische Basisöle wie ein gutes Olivenöl oder Sonnenblumenöl.
Bienenwachs erhalten Sie heute bereits in Flocken oder Kügelchen als Cera flava (gelb) oder Cera alba (weiß), welche schnell schmelzen. Sollten Sie das Glück haben, dass in Ihrer Nähe ein Imker wohnt, so können Sie sich von diesem auch einen Wachsblock holen, von dem Sie sich Ihre Flocken selbst schaben können.
Für den Kräuterauszug für Tinkturen brauchen Sie hochprozentigen Alkohol. Dazu können Sie sich 70 %igen Weingeist aus der Apotheke besorgen, der allerdings nicht ganz billig ist. Eine andere Möglichkeit ist es, die Kräuter mit geschmacksneutralen Wodka oder Korn anzusetzen. Für äußerliche Einreibungen (zum Beispiel Franzbranntwein) wird in Rezepten gerne auch Spiritus angegeben, wobei das ebenfalls Ethanol, also reiner Alkohol ist. Es wird zwischen unvergälltem Trinkspiritus und vergälltem Brennspiritus unterschieden. Letzterer darf natürlich keinesfalls für die innere Einnahme hergenommen werden, wie auch die innere Einnahme von hochprozentigen Tinkturen natürlich immer mit Bedacht angewandt werden sollte und nicht für Kleinkinder oder Alkoholabhängige geeignet ist.
Generell ist in der Salbenküche immer mit größtmöglicher Sauberkeit zu arbeiten. Ihre abgefüllten Salben oder Öle bewahren Sie bitte immer dunkel und kühl auf, damit sie nicht so schnell verderben. Und jetzt kann es losgehen.
Im nächsten Teil: Ringelblumensalbe selbst herstellen
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