Widgetized Section

Go to Admin » Appearance » Widgets » and move Gabfire Widget: Social into that MastheadOverlay zone

Julfest, das Weihnachten der Kelten und Germanen

Weihnachten gab es bereits vor Christi Geburt, nur hatte es damals einen anderen Namen und eine andere Bedeutung. Gleich geblieben ist die Zeit der Festlichkeit, zumindest annähernd. Das Julfest unserer Vorfahren fiel schon immer exakt auf das Datum der Wintersonnenwende, während der Heilige Abend den 24. Dezember als Fixtermin erhielt. Da sich das Julfest nach dem Stand der Sonne orientiert, zählt es im keltischen Jahreskreis zu den Sonnenfesten.

Die Sonnenwenden

Für die Menschen in früherer Zeit waren die zweimal im Jahr stattfindenden Sonnenwenden einschneidende Ereignisse, denn sie bedeuteten einen Umbruch und läuteten auf nahe Sicht eine Änderung im Tagesablauf ein. Anlässlich der Sommersonnenwende, an der die Sonne ihren höchsten Stand am Himmel einnimmt, entschwindet die Sonne im direkten Anschluss jeden Tag etwas früher hinter dem Horizont. Die Tage werden immer kürzer, was ja eigentlich nicht stimmt, denn lediglich die Helligkeitsstunden nehmen jeden Tag etwas ab und zwar so lange, bis die Wintersonnenwende erneut eine Umkehr mit sich bringt. Am Tag der Wintersonnenwende ist der tiefste Sonnenstand erreicht. Ab dann geht es wieder aufwärts. Wer freut sich nicht darüber, wenn die Tage der Dunkelheit bald wieder den Tagen mit mehr Sonnenstunden weichen?

Die Wintersonnenwende

Die Gebiete jenseits des nördlichen Polarkreises liegen aufgrund der schief gelegenen Polachse um die Wintersonnenwende sogar tagelang im Schatten. Kein Wunder, dass die Bewohner in diesen Gegenden das Wiedererscheinen der Sonne mit Ungeduld herbeisehnen. Es waren deshalb vorrangig die Wikinger, die Kelten und die Germanen, die die Wintersonnenwende zu einem Festtag machten und damit ihre Freude auf die Rückkehr der Sonne zum Ausdruck brachten. Dieses feierliche Ereignis nannten sie Yule, Julfest oder Mittwinter. Es stellte den ersten Feiertag im Laufe des neuen Jahres seit Samhain dar. Das Gegenstück war Litha oder Mittsommer, das Fest zur Sommersonnenwende am 21. oder 22. Juni.

Der genaue Zeitpunkt der Wintersonnenwende bzw. des Julfestes verschiebt sich jedes Jahr etwas, weil ein Sonnenjahr über knapp sechs Stunden mehr verfügt als ein Kalenderjahr. In drei nacheinander folgenden Jahren muss diese Zeit jeweils dazu gerechnet werden. Ein Schaltjahr gleicht diese Differenz wieder aus, der Zeitpunkt springt dann wieder zurück. In diesem Jahr findet die Wintersonnenwende am 22.12.2011 um 06.30 Uhr statt. 2012 ist ein Schaltjahr, deshalb fällt im kommenden Jahr die Wintersonnenwende auf den 21. Dezember.

Foto: Schandolf, Wikimedia

Rituale der Julnacht

Die schwedische Bezeichnung “hjul” heißt ins Deutsche übersetzt “Rad” und meint auf das Julfest bezogen den Jahreskreis, also das alljährlich sich drehende Rad der jahreszeitlichen Abfolge. Diesem Symbol entsprechend ließen unsere Vorfahren in der Julnacht aus Zweigen geflochtene und mit Stroh umwickelte Räder den Abhang hinabrollen. Überhaupt flackerten in dieser besonderen Nacht allerorts lodernde Julfeuer, die die Freude auf die Wiederkehr des Lichtes ausdrückten. Es waren Julblocks aus Eichenholz bzw. deren Wurzelstöcke, die überall brannten, auch im Ofen. Das Übergießen mit Wein in Begleitung eines Segensspruches mit dem Dank an die Götter für das abgelaufene Jahr gehörte zum Ritus, auch das Aufbewahren der daraus resultierenden Asche, der eine segensbringende Wirkung nachgesagt wurde. Deshalb mischte man sie unter das Viehfutter und streute sie über die Felder. Aus Stroh gebastelte Julböcke versinnbildlichten die Gefährten des Donnergottes Thor, die seinen Wagen zogen.

Feierlichkeiten im Kreise der Familie

Ansonsten traf man sich in der Julnacht mit der gesamten Familie zu einem Festmahl. Das obligatorische Gericht war ein Wildschweinbraten. Geschenke gehörten ebenso zu den Feierlichkeiten wie Gesang und Tanz. Das gesamte Haus war an diesem Tag mit immergrünen Zweigen von Nadelbäumen geschmückt, die die Hoffnung auf das Wiedererwachen der Natur präsentierten. Es gibt also verblüffende Ähnlichkeiten mit unserem heutigen Weihnachtsfest.

Odin und die 12 Rauhnächte

Der höchste Gott in der nordischen Mythologie war Odin, der im südgermanischen Raum Wodan genannt wurde. Auf seinen Schultern saßen gewöhnlich zwei Raben, die die Namen Hugin und Munin trugen. Sie wussten über alles was auf der Welt passierte Bescheid und hielten Odin stets auf dem Laufenden. Am Tage der Wintersonnenwende machte sich Odin mit seinem wilden Heer auf zur Jagd. Begleitet wurde er von Hunden, Pferden und Seelen, die zu früh oder durch einen gewaltsamen Tod verstarben. Dabei verbreiteten sie einen Höllenlärm, waren den Menschen auf der Erde dabei aber nicht feindlich gesonnen. Es war aber trotzdem besser, vor ihnen auf der Hut zu sein. Unsere Vorfahren glaubten, dass in den zwölf Nächten nach dem Julfest die Grenze zum Jenseits, ähnlich wie an Samhain, dünner sei als sonst. Das erklärte das Erscheinen der Gesellen der wilden Jagd in den Rauhnächten. Nach der zwölften Nacht war der Spuk schließlich vorbei und gleichzeitig auch die Zeit der tiefsten Dunkelheit überwunden. Was blieb war die freudige Erwartung auf das nahende Frühjahr und das Wiedererwachen der Natur.

 

Liebe ist...

das Frühstück ans Bett bringen.
Geschrieben von auf 14. Dezember 2011. Abgelegt unter Spiritualität. Sie koennen allen Antworten zu diesem Eintrag folgen mit dem RSS 2.0. Sie koennen eine Antwort oder einen Trackback zu diesem Eintrag hinterlassen

3 Kommentare Julfest, das Weihnachten der Kelten und Germanen

  1. Pingback: Das alten Wissen der Kelten – Start der neuen Serie | terravera

  2. Pingback: Das alte Wissen der Kelten – Die Jul-Zeit und ihre Pflanzen und Gebräuche (Teil 2) | terravera

  3. Pingback: Weihnachtsfetenplanung | Rempelicher Tagebuch

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>